Bestattungsarten & Abschied
Baumbestattung Kosten: Was Platz, Baum und Beisetzung im Bestattungswald 2026 kosten

Eine Baumbestattung kostet in Deutschland meist zwischen rund 2.300 und 5.500 Euro, wenn Bestatter, Einäscherung, Grabplatz und Beisetzung zusammengerechnet werden. Wer einen eigenen Baum für Partner oder Familie wählt, landet auch bei 11.000 Euro und mehr. Der Platz im Bestattungswald selbst ist oft der kleinere Teil: Bei FriedWald beginnt ein Einzelplatz bei 590 Euro, die Beisetzung kostet 450 Euro. Bei RuheForst liegen die Plätze an Gemeinschaftsbäumen je nach Standort zwischen 430 und 1.800 Euro. Den größeren Teil tragen Sarg, Einäscherung, Überführung und die Arbeit des Bestatters. Dafür entfallen Grabstein und Grabpflege, denn im Wald übernimmt die Natur die Pflege. Voraussetzung ist immer eine Feuerbestattung.
Was kostet eine Baumbestattung insgesamt?
Die Gesamtkosten einer Baumbestattung setzen sich aus drei Blöcken zusammen: den Leistungen bis zur Einäscherung, dem Platz am Baum und der Gebühr für die Beisetzung im Wald. Je nach Grabart ergeben sich so rund 2.300 Euro für einen schlichten Einzelplatz und über 11.000 Euro für einen eigenen Baum in guter Lage.
Die folgende Rechnung nutzt die üblichen Preisspannen von Aeternitas e.V., der Verbraucherinitiative Bestattungskultur, für die Pflichtposten bis zur Einäscherung. Für Platz und Beisetzung stehen die Preise von FriedWald, wie sie das Unternehmen im Oktober 2026 für den Standort Lehnin veröffentlicht.
| Posten | günstig | teuer |
|---|---|---|
| Leichenschau und Totenschein | 100 Euro | 250 Euro |
| Sterbeurkunde | 10 Euro | 20 Euro |
| Sarg für die Feuerbestattung | 500 Euro | 1.200 Euro |
| Kühlung (3 Tage) | 75 Euro | 225 Euro |
| Überführung im Nahbereich | 200 Euro | 550 Euro |
| Formalitäten durch den Bestatter | 150 Euro | 600 Euro |
| Zweite Leichenschau | 25 Euro | 150 Euro |
| Einäscherung mit Aschekapsel | 200 Euro | 600 Euro |
| Zwischensumme bis zur Urne | 1.260 Euro | 3.595 Euro |
| Platz am Baum (Basisplatz bis Partnerbaum) | 590 Euro | 7.490 Euro |
| Beisetzung im Wald, inklusive Bio-Urne | 450 Euro | 450 Euro |
| Gesamt | rund 2.300 Euro | rund 11.500 Euro |
Nicht enthalten sind Trauerfeier, Trauerredner, Traueranzeige, Blumen und Bewirtung. Einen weltlichen Trauerredner beziffert Aeternitas mit 300 bis 600 Euro. Auch die Namenstafel am Baum kostet bei FriedWald extra. FriedWald selbst rät, für die Leistungen des Bestattungshauses mindestens 1.800 Euro einzuplanen.
Einen Überblick über alle Bestattungsformen und ihre Kosten gibt unser Ratgeber Was kostet eine Beerdigung.
Welche Grabarten gibt es im Bestattungswald und was kosten sie?
Im Bestattungswald wählen Sie entweder einen einzelnen Platz an einem Baum, den sich mehrere fremde Menschen teilen, oder einen ganzen Baum für sich, Ihren Partner oder Ihre Familie. Einzelplätze kosten meist einige Hundert bis knapp 2.000 Euro, ganze Bäume mehrere Tausend Euro.
Die Namen unterscheiden sich je nach Anbieter. FriedWald spricht von Gemeinschaftsbaum, Partnerbaum und Generationenbaum, RuheForst von Gemeinschafts-, Familien- und Freundschaftsbiotop. Die Tabelle zeigt veröffentlichte Preise einzelner Standorte.
| Grabart | FriedWald Lehnin (Okt. 2026) | RuheForst Rickenbach (ab 09/2024) | RuheForst Vogtland (11/2024) |
|---|---|---|---|
| Einzelplatz, vom Förster zugewiesen | 590 Euro (Basisplatz) | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen |
| Einzelplatz an einem Gemeinschaftsbaum, selbst gewählt | 890 bis 1.390 Euro | 650 bis 1.800 Euro | 430 bis 1.030 Euro |
| Ganzer Baum für Partner oder Familie | 2.890 bis 7.490 Euro | 4.500 bis 7.700 Euro (bis 12 Plätze) | 2.500 bis 5.500 Euro (bis 12 Plätze) |
| Beisetzung je Urne | 450 Euro | 385 Euro, samstags 150 Euro Zuschlag | 220 Euro, samstags 315 Euro |
Ein ganzer Baum lohnt sich vor allem dann, wenn mehrere Menschen dort beigesetzt werden sollen. Der Preis gilt für den Baum, die Beisetzungsgebühr fällt bei jeder Urne erneut an. Für Kinder gibt es bei beiden Anbietern eigene Plätze ohne Entgelt für den Platz: bei FriedWald den Sternschnuppenbaum für Kinder bis zum dritten Lebensjahr, bei RuheForst das Regenbogenbiotop für früh- und totgeborene Kinder.
Warum schwanken die Preise so stark?
Die Preise schwanken, weil jeder Bestattungswald eigene Preislisten hat und die Bäume nach Lage, Art, Alter und Stärke bewertet werden. Ein starker alter Baum in besonderer Lage liegt deshalb in einer höheren Preisstufe als ein jüngerer Baum.
RuheForst ordnet seine Bäume in Wertstufen von I bis IV ein. Dabei zählen nach eigenen Angaben die Lage der Ruhestätte und die Naturelemente im direkten Umfeld. FriedWald nennt Stärke, Art und Lage des Baums als Maßstab. Dazu kommt der Standort: Am RuheForst Vogtland kostet der günstigste Einzelplatz 430 Euro, in Rickenbach im Südschwarzwald 650 Euro.
Auch die Beisetzungsgebühr ist nicht überall gleich. Sie reicht in den Beispielen von 220 bis 450 Euro, mit Zuschlägen für Samstage. Bei FriedWald enthält sie die Annahme und Verwahrung der Urne, bei Bedarf eine biologisch abbaubare Urne, die Begleitung durch den Förster sowie das Öffnen und Schließen der Grabstelle.
Hinzu kommen Unterschiede bei den Bestatterleistungen, die regional stark variieren. Aeternitas betont, dass sich aus den Preisspannen keine Durchschnittswerte ableiten lassen.
Ist eine Baumbestattung günstiger als ein Urnengrab auf dem Friedhof?
Oft ja, vor allem über die Jahre gerechnet. Die Kosten bis zur Einäscherung sind bei jeder Feuerbestattung gleich. Im Wald entfallen aber Grabstein, Bepflanzung und Grabpflege. Ein einfacher Platz im Wald ist zudem häufig günstiger als die Grabgebühren auf dem Friedhof.
Aeternitas nennt für ein Urnenreihengrab auf dem Friedhof 700 bis 2.050 Euro an Gebühren, für ein Urnenbaumgrab auf dem Friedhof 1.050 bis 3.000 Euro. Dazu kommt beim klassischen Grab meist ein Grabmal für 500 bis 5.000 Euro. Wer die Pflege für die ganze Ruhezeit in fremde Hände gibt, zahlt für eine Dauergrabpflege 2.500 bis 15.000 Euro.
Im Bestattungswald gibt es diese Posten nicht. Grabsteine, Grabschmuck, Kerzen und Bepflanzung sind nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Bestatter nicht erlaubt. Eine kleine Plakette am Baum kennzeichnet die Grabstelle. Ein eigener Familienbaum in guter Lage kann allerdings mehr kosten als ein Urnengrab. Was ein Urnengrab im Einzelnen kostet, zeigt unser Ratgeber Feuerbestattung Kosten, die Gebühren auf dem Friedhof erklärt der Ratgeber Friedhofsgebühren.
Welche Voraussetzungen und Regeln gelten im Bestattungswald?
Eine Baumbestattung setzt immer eine Feuerbestattung voraus, denn im Wald werden nur Urnen beigesetzt. Rechtlich sind Bestattungswälder Friedhöfe. Träger ist in der Regel eine Gemeinde, den Betrieb übernimmt oft ein privates Unternehmen. Es gelten die Friedhofssatzung vor Ort und das Bestattungsgesetz des Landes.
Laut Aeternitas sind trotz privater Verwaltung stets Kommunen als Friedhofsträger beteiligt, vereinzelt auch Kirchen. Bestattungsrecht ist Landesrecht, die Einzelheiten unterscheiden sich deshalb. Typisch sind diese Regeln:
- Die Urne muss biologisch abbaubar sein. Bei FriedWald ist sie in der Beisetzungsgebühr enthalten.
- Grabschmuck, Kerzen, Blumen und eigene Pflanzen sind in der Regel nicht erlaubt.
- Das Nutzungsrecht an einem Baum gilt bei vielen Plätzen bis zu 99 Jahre, einzelne Plätze haben oft nur die Mindestruhefrist der Satzung.
- Der Bestatter muss den Termin mit dem Förster oder der Friedhofsverwaltung abstimmen.
Weil der Wille der verstorbenen Person für die Art der Bestattung maßgebend ist, empfiehlt der Bundesverband Deutscher Bestatter eine schriftliche Verfügung zur Feuerbestattung. Fehlt sie, entscheiden in der Regel die Angehörigen. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung.
Wie läuft eine Baumbestattung ab?
Der Ablauf gleicht zunächst jeder Feuerbestattung: Der Bestatter überführt die verstorbene Person ins Krematorium, nach der zweiten Leichenschau folgt die Einäscherung. Danach wird die Urne zum Bestattungswald gebracht und im Wurzelbereich des Baums beigesetzt, meist im Beisein der Angehörigen und begleitet vom Förster.
So gehen Sie vor
- Wunsch klären: Prüfen Sie, ob die verstorbene Person eine Verfügung hinterlassen hat oder schon einen Baum besitzt. Eine Urkunde über den Platz liegt dann meist bei den Unterlagen.
- Bestatter beauftragen: Er übernimmt Überführung, Formalitäten beim Standesamt und die Einäscherung.
- Bestattungswald auswählen: Achten Sie auf Entfernung, Wege und Parkplätze. Für die Familie zählt der Weg bei jedem späteren Besuch.
- Platz oder Baum wählen: Lassen Sie sich die aktuelle Preisliste des Standorts geben und sehen Sie sich den Baum vor Ort an.
- Termin abstimmen: Der Bestatter verabredet mit dem Wald den Tag der Beisetzung. Für Samstage verlangen manche Wälder einen Zuschlag.
- Abschied gestalten: Eine Trauerfeier ist vorher in einer Trauerhalle möglich, mit Redner oder Geistlichem. Fragen Sie, ob der Wald auch eine Feier vor Ort zulässt.
- Beisetzung: Die biologisch abbaubare Urne wird im Wurzelbereich in die Erde gelassen und die Stelle wieder verschlossen.
- Namenstafel bestellen: Wer möchte, lässt eine Tafel am Baum anbringen. Klären Sie Preis und Lieferzeit vorab.
Wer einen Baum schon zu Lebzeiten erwirbt, erspart den Angehörigen später viele Entscheidungen. Bei RuheForst kommen nach eigenen Angaben dann nur noch die Kosten der Beisetzung hinzu. Die Bestatterleistungen und die Einäscherung bleiben aber offen.
Wie sorgen Sie für die Kosten einer Baumbestattung vor?
Wer sich eine Baumbestattung wünscht, regelt am besten drei Dinge: den Wunsch selbst in einer schriftlichen Verfügung, auf Wunsch den Platz im Wald und das Geld für Bestatter und Beisetzung. Für das Geld gibt es mehrere Wege, etwa ein Sparkonto, einen Bestattungsvorsorgevertrag oder eine Sterbegeldversicherung.
In einer Forsa-Umfrage für Aeternitas aus dem Jahr 2022 wünschten sich 25 Prozent der Befragten eine Beisetzung im Bestattungswald, 2019 waren es noch 19 Prozent. Auch wer den Baum schon zu Lebzeiten kauft, hat damit nur einen Teil bezahlt. Die Kosten bis zur Einäscherung und die Beisetzungsgebühr fallen erst im Todesfall an. Einen Vergleich der Vorsorgewege finden Sie im Ratgeber Bestattungsvorsorge im Vergleich.
Eine Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall eine feste Summe an die Person, die Sie im Antrag benennen, ohne Erbschein. Das Geld ist an keinen Zweck gebunden. Wir vermitteln das SterbeGeld der IDEAL Lebensversicherung in zwei Tarifen, ohne Gesundheitsfragen und ohne ärztliche Untersuchung, mit Summen von 2.000 bis 10.000 Euro. Beim Standardtarif IDEAL SterbeGeld pur+ (Eintrittsalter 50 bis 75 Jahre) gilt eine Wartezeit von 36 Monaten. Stirbt die versicherte Person in dieser Zeit ohne Unfall, werden die gezahlten Beiträge erstattet. Das IDEAL SterbeGeld (Original) ist ab 40 Jahren möglich, dort ist ab dem 19. Monat die volle Summe versichert. Es kostet dafür mehr. Bei Unfalltod zahlen beide Tarife ab Versicherungsbeginn die doppelte Summe.
Über viele Jahre können die Beiträge zusammen höher sein als die Versicherungssumme. Der Wert liegt im lebenslangen Schutz nach der Wartezeit. Alle drei Jahre steigt die Summe um 500 Euro und damit auch der Beitrag, wenn Sie nicht widersprechen; das Beispiel rechnet ohne diese Erhöhungen. Ihren eigenen Beitrag können Sie direkt online berechnen.
Fazit
Eine Baumbestattung kostet meist rund 2.300 bis 5.500 Euro, ein eigener Baum für Partner oder Familie auch über 11.000 Euro. Der Platz im Wald ist oft günstiger als ein Grab auf dem Friedhof, und Grabstein und Grabpflege entfallen ganz. Beim Einzelplatz machen Bestatter und Einäscherung den größten Teil der Kosten aus, sie fallen bei jeder Feuerbestattung an. Wer sich eine Baumbestattung wünscht, sollte das schriftlich festhalten, den Wald vorher besuchen und klären, wie Bestatter und Beisetzung bezahlt werden.
Häufige Fragen
Kann man einen Baum im Bestattungswald schon zu Lebzeiten kaufen?
Ja, bei den großen Anbietern lässt sich ein Platz oder ein ganzer Baum schon zu Lebzeiten erwerben. Sie erhalten eine Urkunde über das Nutzungsrecht. Im Todesfall kommen dann noch die Beisetzungsgebühr sowie die Kosten für Bestatter und Einäscherung hinzu. Bewahren Sie die Urkunde bei Ihren Vorsorgeunterlagen auf und sagen Sie Ihren Angehörigen, wo sie liegt.
Darf man am Baum Blumen oder Kerzen ablegen?
In der Regel nicht. Die meisten Satzungen für Bestattungswälder untersagen Grabschmuck, Kerzen, Kränze und eigene Pflanzen, damit der Wald naturbelassen bleibt. Ausnahmen gibt es manchmal auf Antrag. Was genau erlaubt ist, steht in der Friedhofssatzung des jeweiligen Waldes. Fragen Sie im Zweifel beim Förster oder der Gemeinde nach.
Ist eine Baumbestattung im Sarg möglich?
Nein. Im Bestattungswald werden ausschließlich Urnen beigesetzt, eine Erdbestattung im Sarg ist dort nicht vorgesehen. Die verstorbene Person wird deshalb zuerst eingeäschert. Für die Einäscherung braucht es trotzdem einen Sarg und vorher eine zweite Leichenschau. Diese Kosten fallen bei jeder Feuerbestattung an, auch bei der Baumbestattung.
Wer kümmert sich um die Pflege des Grabes im Wald?
Eine Grabpflege im üblichen Sinn gibt es im Bestattungswald nicht. Die Natur gestaltet den Ort, der Förster sorgt dafür, dass Wege begehbar bleiben und der Wald sicher ist. Für Angehörige entfallen damit die laufenden Kosten und die Arbeit, die ein Grab auf dem Friedhof oft über viele Jahre mit sich bringt.
Was passiert, wenn der Baum stirbt oder umfällt?
Bäume können durch Sturm, Trockenheit oder Schädlinge ausfallen. Was dann mit der Grabstelle geschieht, regeln der Betreiber und die Friedhofssatzung des Waldes, eine einheitliche Regel gibt es nicht. Fragen Sie deshalb vor dem Kauf eines Platzes oder Baums ausdrücklich danach und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
Quellen
- FriedWald GmbH: Kosten, abgerufen 16.10.2026
- FriedWald Lehnin: Baumgrabarten und Kosten, abgerufen 16.10.2026
- RuheForst Rickenbach: Wertstufen und Preise, gültig ab 17.09.2024
- RuheForst Vogtland: Wertstufen und Preise, November 2024
- Aeternitas e.V.: Übliche Preisspannen, abgerufen 16.10.2026
- Aeternitas e.V.: Positionspapier Bestattungswälder, 2018
- Bundesverband Deutscher Bestatter: Baumbestattung, abgerufen 16.10.2026


