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Sterbegeld­versicherung mit 70: Lohnt sie sich noch? Eine ehrliche Rechnung

Von Aktualisiert am 12. Oktober 202610 Min. Lesezeit

Ältere Hände ordnen am Küchentisch im Morgenlicht Unterlagen in einer blauen Mappe, daneben Tasse und Lesebrille: Vorsorge mit 70 in Ruhe regeln.
Symbolbild

Mit 70 Jahren können Sie in der Regel noch eine Sterbegeldversicherung abschließen, manche Tarife nehmen Menschen bis 80 Jahre auf. Der Beitrag ist allerdings deutlich höher als mit 60: Für 6.000 Euro Versicherungssumme zahlen Sie mit 70 zum Beispiel 46,84 Euro im Monat statt 28,96 Euro (IDEAL SterbeGeld pur+, Versicherungsbeginn im Jahr 2026). Rechnerisch lohnt sich der Vertrag vor allem dann, wenn der Tod nach der Wartezeit und innerhalb der ersten gut zehn Jahre eintritt. Wer länger lebt, zahlt meist mehr ein, als später ausgezahlt wird. Darauf weisen auch die Verbraucherzentralen hin. Sinnvoll ist eine Sterbegeldversicherung mit 70 deshalb vor allem für Menschen, die keine eigenen Rücklagen für die Bestattung haben, ihre Angehörigen nicht belasten wollen und den vollen Schutz schon nach der Wartezeit brauchen statt erst nach Jahren des Sparens. Wer bereits genug Geld sicher zurückgelegt hat, braucht sie oft nicht.

Kann man mit 70 noch eine Sterbegeldversicherung abschließen?

Ja, mit 70 ist ein Abschluss bei vielen Anbietern problemlos möglich. Das Höchsteintrittsalter unterscheidet sich je nach Tarif, bei den Tarifen, die wir vermitteln, liegt es bei 75 Jahren für das IDEAL SterbeGeld pur+ und bei 80 Jahren für das IDEAL SterbeGeld (Original). Viele Tarife für ältere Menschen verzichten auf Gesundheitsfragen und arbeiten stattdessen mit einer Wartezeit. Stirbt die versicherte Person in dieser Zeit, wird in der Regel nicht die volle Summe ausgezahlt.

Eine Sterbegeldversicherung ist eine kleine Lebensversicherung auf den Todesfall. Sie zahlen monatliche Beiträge, nach Ihrem Tod erhält eine von Ihnen benannte Person eine feste Summe. Das Geld ist für die Bestattung gedacht, rechtlich aber nicht daran gebunden.

Warum ist das Alter so entscheidend?

Der Beitrag richtet sich vor allem nach dem Eintrittsalter. Je älter Sie beim Abschluss sind, desto kürzer ist die Zeit, in der Beiträge fließen, und desto wahrscheinlicher ist ein früher Leistungsfall. Beides treibt den Monatsbeitrag nach oben. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beschreibt das so: Je höher das Lebensalter, desto höher das Sterblichkeitsrisiko und damit der Beitrag.

Was kostet eine Sterbegeldversicherung mit 70?

Mit 70 kostet eine Sterbegeldversicherung über 6.000 Euro im Standardtarif, den wir vermitteln, 46,84 Euro im Monat. Mit 65 sind es für dieselbe Summe 36,14 Euro, mit 60 nur 28,96 Euro. Zehn Jahre Unterschied im Eintrittsalter machen den Beitrag also um gut 60 Prozent teurer. Höhere oder niedrigere Summen verändern den Beitrag entsprechend.

EintrittsalterVersicherungssummeBeitrag im MonatBeitrag im Jahr
60 Jahre6.000 Euro28,96 Euro347,52 Euro
65 Jahre6.000 Euro36,14 Euro433,68 Euro
70 Jahre6.000 Euro46,84 Euro562,08 Euro

Die Beispiele stammen aus der Tariftabelle des IDEAL SterbeGeld pur+ für einen Versicherungsbeginn im Jahr 2026. Es sind Beiträge mit Sofortrabatt, garantiert ist der etwas höhere Tarifbeitrag, mit 70 Jahren 52,04 Euro. Das IDEAL SterbeGeld (Original) kostet mit 70 Jahren und 6.000 Euro 56,54 Euro. Bei anderen Anbietern können die Beiträge abweichen, die Richtung ist aber überall gleich: Der Beitrag steigt mit jedem Lebensjahr beim Abschluss.

Wie viel Summe Sie brauchen, hängt von der gewünschten Bestattung ab. Laut Aeternitas e.V., der Verbraucherinitiative Bestattungskultur, kostet eine Bestattung ohne Grabgestaltung im Schnitt 5.000 bis 6.000 Euro. Mit Grabmal und Grabanlage sind es durchschnittlich 7.000 bis 8.000 Euro. Eine genaue Aufstellung aller Posten finden Sie im Beitrag Was kostet eine Beerdigung?.

Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung mit 70 rechnerisch?

Rein rechnerisch lohnt sich eine Sterbegeldversicherung mit 70 nur bei einem frühen Tod. Bei 46,84 Euro im Monat haben Sie nach knapp elf Jahren so viel eingezahlt, wie die Summe von 6.000 Euro beträgt. Leben Sie länger, zahlen Sie mehr ein, als ausgezahlt wird. Bei einem Eintrittsalter von 70 endet die Beitragszahlung mit 85. Im ungünstigsten Fall, wenn von Anfang an der garantierte Tarifbeitrag von 52,04 Euro fällig wäre, wäre die Summe schon nach gut neuneinhalb Jahren eingezahlt.

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die eingezahlten Beiträge im Beispiel entwickeln. Zinsen und Inflation sind nicht berücksichtigt.

VertragsdauerAlterEingezahlte BeiträgeVersicherungssumme
5 Jahre752.810,40 Euro6.000 Euro
10 Jahre805.620,80 Euro6.000 Euro
knapp 11 Jahreetwa 81rund 6.000 Euro6.000 Euro
15 Jahre858.431,20 Euro6.000 Euro

Was sagt die Lebenserwartung?

Laut Sterbetafel 2023/2025 des Statistischen Bundesamts haben 65-jährige Männer im Schnitt noch knapp 18 Lebensjahre vor sich, gleichaltrige Frauen gut 21 Jahre. Mit 80 sind es bei Männern noch 8,2 Jahre, bei Frauen 9,7 Jahre. Wer heute 70 ist, liegt dazwischen und hat statistisch deutlich mehr als zehn Jahre vor sich. Im Durchschnitt zahlen Versicherte mit 70 also mehr ein, als die Versicherung später auszahlt.

Genau deshalb raten die Verbraucherzentralen in Rheinland-Pfalz und Hamburg vom Abschluss im Rentenalter eher ab. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt Sterbegeldversicherungen in der Regel ein Verlustgeschäft für Verbraucher und empfiehlt, das Geld selbst anzusparen.

Für wen ist eine Sterbegeldversicherung mit 70 trotzdem sinnvoll?

Sinnvoll ist sie vor allem für Menschen, die keine Rücklagen für die Bestattung haben und diese auch nicht mehr schnell aufbauen können. Sparen braucht Zeit: Wer 46,84 Euro im Monat zurücklegt, hat erst nach fast elf Jahren 6.000 Euro beisammen. Die Versicherung schützt dagegen nach der Wartezeit sofort mit der vollen Summe.

Die Frage ist also weniger, ob sich der Vertrag als Geldanlage rechnet. Sie lautet: Was passiert, wenn der Tod früher kommt, als das Ersparte reicht? Dann müssen in der Regel die Erben oder die bestattungspflichtigen Angehörigen die Kosten tragen. Wer dafür zuständig ist, erklärt der Beitrag Wer zahlt die Beerdigung?.

Eher sinnvollEher nicht nötig
keine oder kaum Ersparnisse für die BestattungRücklagen von mindestens 6.000 bis 8.000 Euro vorhanden
Angehörige sollen finanziell nicht belastet werdenErsparnisse werden sicher nicht für anderes gebraucht
Sie möchten das Geld klar einer Person zuordnenErben können und wollen die Kosten tragen
Sparen fällt schwer, ein monatlicher Beitrag gibt OrdnungSie können die Summe in wenigen Jahren selbst ansparen

Welche Alternativen gibt es mit 70?

Die wichtigsten Alternativen sind eigenes Sparen und ein Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Bestatter. Beide empfehlen auch die Verbraucherzentralen. Sparen ist flexibel und kostet keine Verwaltungsgebühren, schützt aber erst, wenn das Geld vollständig angespart ist. Ein Vorsorgevertrag regelt Ablauf und Wünsche, ein Treuhandkonto sichert das Geld.

WegVorteilNachteil
Eigenes Sparen (Tagesgeld, Festgeld)flexibel, keine Abschlusskostenvolle Summe erst nach Jahren, Geld kann anderweitig verbraucht werden
Bestattungsvorsorgevertrag mit TreuhandWünsche und Kosten festgelegtGeld wird in der Regel vorab hinterlegt
Sterbegeldversicherungvolle Summe nach der Wartezeit, monatlicher BeitragBeiträge können über der Summe liegen
KombinationVertrag regelt Wünsche, Versicherung oder Erspartes zahltzwei Verträge im Blick behalten

Welcher Weg zu Ihnen passt, hängt vor allem davon ab, ob Sie die Summe schon heute haben. Einen ausführlichen Vergleich aller Wege bietet der Beitrag Bestattungsvorsorge: Vier Wege im Vergleich.

Worauf sollten Sie mit 70 beim Abschluss achten?

Achten Sie mit 70 besonders auf Wartezeit, Zahldauer, Gesamtbeitrag und die passende Summe. Diese vier Punkte entscheiden, ob der Vertrag zu Ihnen passt. Ein Blick in die Bedingungen lohnt sich, weil sich Tarife gerade bei Wartezeit und Leistung in den ersten Jahren deutlich unterscheiden.

Wartezeit und Leistung in den ersten Jahren

Tarife ohne Gesundheitsfragen haben fast immer eine Wartezeit. Prüfen Sie, wie lange sie dauert und was in dieser Zeit gezahlt wird. Wichtig ist auch, ob bei einem Unfall ab Versicherungsbeginn die volle Summe gilt. Wie diese Tarife aufgebaut sind, beschreibt der Beitrag Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen.

Zahldauer und Gesamtbeitrag

Fragen Sie, bis zu welchem Alter Sie zahlen und welcher Beitrag für die ganze Zeit garantiert ist. Multiplizieren Sie diesen garantierten Beitrag mit der Zahl der Monate. So sehen Sie auf einen Blick, wie viel Sie im ungünstigsten Fall insgesamt einzahlen.

Höhe der Summe

Planen Sie die Summe nicht zu knapp. Laut Aeternitas stiegen die Bestattungspreise 2025 um 3,1 Prozent, über fünf Jahre um mehr als 20 Prozent. Die vereinbarte Summe bleibt dagegen in der Regel fest. Bei den Tarifen der IDEAL, die wir vermitteln, steigt sie alle drei Jahre um 500 Euro und mit ihr der Beitrag, wenn Sie nicht widersprechen. Eine etwas höhere Summe gleicht spätere Preissteigerungen teilweise aus, kostet aber auch mehr Beitrag.

Wie gehen Sie bei der Entscheidung vor?

Eine gute Entscheidung beginnt mit Ihrem eigenen Bedarf, nicht mit dem Angebot. Klären Sie zuerst, was die Bestattung kosten soll und was Sie dafür schon haben. Erst dann vergleichen Sie, ob Sparen, ein Vorsorgevertrag oder eine Versicherung die Lücke am besten schließt.

  1. Wünsche festlegen: Erd- oder Feuerbestattung, Grabart, Trauerfeier. Daraus ergibt sich eine grobe Summe.
  2. Rücklagen prüfen: Wie viel Geld ist heute schon da, und ist es sicher für die Bestattung reserviert?
  3. Lücke berechnen: Ziehen Sie die Rücklagen von der geschätzten Summe ab.
  4. Gesamtbeitrag rechnen: Monatsbeitrag mal Zahldauer in Monaten. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Summe.
  5. Bedingungen lesen: Wartezeit, Leistung bei Unfall, Kündigung und Rückkaufswert.
  6. Begünstigte Person benennen: Legen Sie fest, wer das Geld erhält, und sprechen Sie mit dieser Person darüber.
  7. Unterlagen ablegen: Police und Bestattungswünsche gehören zu Ihren Vorsorgeunterlagen.

Wie sieht eine Sterbegeldversicherung bei uns aus?

Wir vermitteln das SterbeGeld der IDEAL in zwei Tarifen, beide online ohne Gesundheitsfragen und ohne Untersuchung. Standard ist das IDEAL SterbeGeld pur+ für ein Eintrittsalter von 50 bis 75 Jahren und 2.000 bis 10.000 Euro. Die Wartezeit beträgt 36 Monate. Bei Tod ohne Unfall in dieser Zeit werden die gezahlten Beiträge erstattet, danach wird die volle Summe ausgezahlt. Das IDEAL SterbeGeld (Original) gibt es von 40 bis 80 Jahren und bis 10.000 Euro. Es kostet mehr, mit 70 Jahren 56,54 Euro für 6.000 Euro, dafür baut sich die Leistung schneller auf: In den ersten 9 Monaten werden die gezahlten Beiträge erstattet, danach steigt die Leistung in Stufen, ab dem 19. Monat gilt die volle Summe. Bei Unfalltod gilt in beiden Tarifen ab Versicherungsbeginn die doppelte Summe.

Beim pur+ senken Überschüsse den Beitrag schon heute (Sofortrabatt), garantiert ist der höhere Tarifbeitrag, mit 70 Jahren und 6.000 Euro 52,04 Euro. Beim Original ist der Beitrag garantiert. In beiden Tarifen steigt die Summe alle drei Jahre um 500 Euro und mit ihr der Beitrag, wenn Sie der Erhöhung nicht innerhalb eines Monats widersprechen; die Rechnung oben lässt diese Erhöhungen weg. Mit einem Eintrittsalter von 70 zahlen Sie bis 85, danach zahlen Sie nichts mehr, und der Schutz bleibt lebenslang bestehen. Die Leistung geht an die namentlich benannte Person, dann ist kein Erbschein nötig. Auch hier gilt: Die Beiträge können in Summe über der Versicherungssumme liegen. Der Wert liegt im sofortigen, lebenslangen Schutz nach der Wartezeit. Mehr zur Sterbegeldversicherung finden Sie auf unserer Startseite, Ihren eigenen Beitrag können Sie direkt online berechnen.

Fazit

Mit 70 ist eine Sterbegeldversicherung noch gut möglich, aber spürbar teurer als in jüngeren Jahren. Rechnerisch lohnt sie sich vor allem bei einem frühen Tod, bei langer Lebensdauer zahlen Sie in der Regel mehr ein, als ausgezahlt wird. Wer genug Geld sicher zurückgelegt hat, braucht sie meist nicht. Wer keine Rücklagen hat und seine Angehörigen vor den Kosten schützen möchte, sichert dagegen nach der Wartezeit sofort die volle Summe ab. Rechnen Sie vor dem Abschluss den Gesamtbeitrag aus und vergleichen Sie ihn in Ruhe mit Ihren Rücklagen und den Alternativen.

Häufige Fragen

Bis zu welchem Alter kann man eine Sterbegeldversicherung abschließen?

Das Höchsteintrittsalter legt jeder Tarif selbst fest. Bei vielen Anbietern ist ein Abschluss bis Mitte oder Ende 70 möglich, manche Tarife nehmen Menschen bis 80 Jahre auf. Je später Sie abschließen, desto höher ist der Monatsbeitrag für dieselbe Summe.

Bekommt man mit 70 eine Sterbegeldversicherung trotz Vorerkrankungen?

Ja, viele Tarife für ältere Menschen stellen keine Gesundheitsfragen. Stattdessen gilt eine Wartezeit. Stirbt die versicherte Person in dieser Zeit ohne Unfall, wird meist nicht die volle Summe ausgezahlt, sondern zum Beispiel die eingezahlten Beiträge erstattet. Prüfen Sie diese Regel in den Bedingungen.

Wie viel Sterbegeld sollte man mit 70 absichern?

Orientieren Sie sich an der gewünschten Bestattung. Laut Aeternitas kostet eine Bestattung ohne Grabgestaltung im Schnitt 5.000 bis 6.000 Euro, mit Grabmal und Grabanlage 7.000 bis 8.000 Euro. Ziehen Sie vorhandene Rücklagen ab und denken Sie an künftige Preissteigerungen.

Kann ich eine Sterbegeldversicherung mit 70 wieder kündigen?

In der Regel ja. Viele Verträge lassen sich zum Ende eines Versicherungsmonats kündigen. Ausgezahlt wird dann nur der Rückkaufswert, der in den ersten Jahren gering ist. Eine Kündigung nach kurzer Zeit ist deshalb meist ein Verlust. Nutzen Sie lieber die Widerrufsfrist, wenn Sie unsicher sind.

Ist Sparen mit 70 besser als eine Sterbegeldversicherung?

Wer genug Geld hat und es sicher für die Bestattung zurückhalten kann, fährt mit Sparen oft günstiger. Wer die Summe erst über viele Jahre ansparen müsste, ist bis dahin nicht abgesichert. Die Versicherung schützt nach der Wartezeit sofort mit der vollen Summe, kann aber mehr kosten, als sie auszahlt.

Quellen

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