Sterbegeldversicherung
Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen: Was dahintersteckt und für wen sie passt

Eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen können Sie abschließen, ohne Angaben zu Krankheiten, Medikamenten oder Arztbesuchen zu machen. Im Gegenzug gilt fast immer eine Wartezeit, laut Aeternitas e.V. besteht der volle Schutz oft nach einem oder zwei Jahren Beitragszahlung. Stirbt die versicherte Person vorher, erhalten die Angehörigen je nach Tarif die eingezahlten Beiträge zurück oder eine gestaffelte Teilleistung. Bei einem Unfall gilt in vielen Tarifen eine Ausnahme. Der Verzicht auf Gesundheitsfragen hat einen weiteren Vorteil, den viele unterschätzen: Weil nichts gefragt wird, kann Ihnen der Versicherer später auch keine falsche Antwort vorhalten. Tarife mit Gesundheitsprüfung verzichten dagegen oft auf die Wartezeit, dafür müssen Sie jede Frage vollständig und richtig beantworten. Welcher Weg passt, hängt vor allem von Ihrem Gesundheitszustand und Ihrem Alter ab.
Was bedeutet „ohne Gesundheitsfragen“ bei einer Sterbegeldversicherung?
Ohne Gesundheitsfragen heißt: Der Antrag enthält keine Fragen zu Vorerkrankungen, Behandlungen oder Medikamenten, und es gibt keine ärztliche Untersuchung. Für alle Antragsteller im zulässigen Eintrittsalter gelten dieselben Bedingungen. Der Beitrag hängt dann nur noch von Alter, Versicherungssumme und Zahldauer ab.
Bei vielen anderen Lebensversicherungen ist das anders. Dort fragt der Versicherer vor dem Abschluss nach dem Gesundheitszustand und entscheidet danach, ob er den Vertrag annimmt, einen Zuschlag verlangt oder ablehnt. Für Menschen mit einer ernsten Vorerkrankung ist das oft das Ende der Suche.
Eine Sterbegeldversicherung sichert eine kleine Summe ab. Die Verbraucherzentrale nennt übliche Versicherungssummen zwischen 4.000 und 10.000 Euro. Weil die Summen überschaubar sind, können Versicherer auf die Prüfung verzichten und das Risiko auf anderem Weg begrenzen. Wie so ein Vertrag grundsätzlich aufgebaut ist, erklärt unser Beitrag Wie funktioniert eine Sterbegeldversicherung?.
Warum verzichten Versicherer auf die Gesundheitsprüfung?
Versicherer verzichten auf Gesundheitsfragen, weil sie ihr Risiko stattdessen über eine Wartezeit steuern. Ohne diese Frist könnte jemand erst abschließen, wenn eine schwere Krankheit schon feststeht, und die Summe wenige Wochen später auslösen. Die Wartezeit sorgt dafür, dass der Tarif für alle Versicherten bezahlbar bleibt.
Das Prinzip ist einfach. Der Versicherer rechnet nicht mit Ihrem persönlichen Gesundheitszustand, sondern mit der durchschnittlichen Sterblichkeit aller Menschen Ihres Alters. Aeternitas beschreibt, dass die Tarife mit zunehmendem Eintrittsalter steigen, analog zum Sterberisiko. Gesunde und Kranke zahlen im selben Alter denselben Beitrag.
Für Menschen mit Vorerkrankungen ist das ein echter Vorteil. Wer etwa nach einer Krebserkrankung, einem Herzinfarkt oder mit Diabetes einen Vertrag sucht, bekommt in Tarifen mit Gesundheitsprüfung oft Zuschläge oder eine Ablehnung. Ohne Gesundheitsfragen spielt die Krankengeschichte keine Rolle.
Für sehr gesunde Menschen kann die Rechnung anders aussehen. Sie tragen im gemeinsamen Tarif das Risiko der anderen mit und zahlen unter Umständen mehr als in einem Tarif, der nach der Gesundheit fragt. Ob das in Ihrem Fall so ist, zeigt nur ein Vergleich der konkreten Beiträge.
Was passiert, wenn der Tod in der Wartezeit eintritt?
Stirbt die versicherte Person während der Wartezeit, zahlt der Versicherer nicht die volle Summe. Je nach Tarif werden die eingezahlten Beiträge erstattet, oder die Leistung steigt stufenweise an. Stirbt jemand durch einen Unfall, gilt in vielen Tarifen die volle Leistung schon ab Versicherungsbeginn. Die genauen Regeln stehen in den Versicherungsbedingungen.
Die Modelle am Markt unterscheiden sich vor allem in drei Punkten:
| Modell | Was im Todesfall während der Wartezeit passiert | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Beitragserstattung | Die eingezahlten Beiträge werden zurückgezahlt, danach gilt die volle Summe | Wie lange dauert die Wartezeit genau? |
| Gestaffelte Leistung | Ein wachsender Teil der Summe wird ausgezahlt, bis die volle Summe erreicht ist | Ab wann gilt welche Stufe, und wann ist die volle Summe erreicht? |
| Unfallausnahme | Bei Tod durch Unfall wird die Leistung ohne Wartezeit fällig | Gilt die einfache oder eine erhöhte Summe? |
| Wartezeit für jedes Alter gleich | Die Frist hängt nicht vom Eintrittsalter ab | Manche Tarife verlängern die Frist für Ältere |
Die Wartezeit ist kein Nachteil an sich, solange Sie sie kennen. Problematisch wird es, wenn die Familie davon nichts weiß und fest mit der vollen Summe rechnet. Sagen Sie deshalb der Person, die das Geld erhalten soll, ab wann der volle Schutz gilt.
Wie viel Geld im Ernstfall nötig ist, hängt von der Bestattung ab. Aeternitas nennt durchschnittliche Kosten von 5.000 bis 6.000 Euro ohne Grabgestaltung, mit Grabmal eher 7.000 bis 8.000 Euro. Eine Aufstellung aller Posten finden Sie unter Was kostet eine Beerdigung?.
Was passiert, wenn man Gesundheitsfragen falsch beantwortet?
Wer Gesundheitsfragen falsch oder unvollständig beantwortet, riskiert seinen Versicherungsschutz. Das Versicherungsvertragsgesetz erlaubt dem Versicherer je nach Verschulden den Rücktritt, eine Kündigung oder eine Anpassung des Vertrags. Im schlimmsten Fall wird im Todesfall nichts ausgezahlt. Bei einem Tarif ohne Gesundheitsfragen entfällt dieses Risiko, weil nichts gefragt wird.
Grundlage ist die sogenannte vorvertragliche Anzeigepflicht in § 19 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG). Danach müssen Sie bis zum Abschluss alle Ihnen bekannten Umstände angeben, die für die Entscheidung des Versicherers wichtig sind und nach denen er in Textform gefragt hat. Textform heißt: Die Fragen stehen schriftlich im Antrag, auf Papier oder am Bildschirm. Was nicht gefragt wird, müssen Sie nicht von sich aus melden.
Welche Folge droht, hängt davon ab, wie schwer der Fehler wiegt. Das Verbraucherportal Bayern der Verbraucherzentrale Bayern fasst das so zusammen:
| Verschulden bei der falschen Angabe | Mögliche Folge |
|---|---|
| Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit | Rücktritt vom Vertrag oder Vertragsanpassung |
| Leichte Fahrlässigkeit oder kein Verschulden | Kündigung mit einem Monat Frist oder Vertragsanpassung |
| Arglistige Täuschung | Anfechtung des Vertrags, der Versicherer leistet nicht |
Die Rechte des Versicherers sind begrenzt. Er muss sie nach § 21 VVG innerhalb eines Monats schriftlich geltend machen, nachdem er von dem Fehler erfahren hat. Nach fünf Jahren ab Vertragsschluss erlöschen sie, bei vorsätzlich oder arglistig falschen Angaben nach zehn Jahren. Diese Grenze gilt allerdings nicht für einen Todesfall, der schon vor Ablauf der Frist eingetreten ist. Außerdem muss der Versicherer Sie nach § 19 Absatz 5 VVG in einer gesonderten Mitteilung auf diese Folgen hingewiesen haben.
Mit oder ohne Gesundheitsfragen: Welcher Tarif passt zu wem?
Ein Tarif ohne Gesundheitsfragen passt vor allem zu Menschen mit Vorerkrankungen, zu Älteren und zu allen, die keine Unsicherheit bei der Antragsprüfung wollen. Ein Tarif mit Gesundheitsfragen kann für sehr gesunde Menschen günstiger sein und bietet oft vollen Schutz ohne Wartezeit. Entscheidend ist, dass Sie die Fragen ehrlich und vollständig beantworten können.
| Merkmal | Ohne Gesundheitsfragen | Mit Gesundheitsfragen |
|---|---|---|
| Annahme | Jeder im zulässigen Eintrittsalter | Nach Prüfung, Zuschlag oder Ablehnung möglich |
| Wartezeit | Fast immer, oft ein bis zwei Jahre | Oft keine oder eine kürzere |
| Beitrag | Hängt nur von Alter, Summe und Zahldauer ab | Kann für Gesunde niedriger sein |
| Risiko falscher Angaben | Entfällt | Rücktritt oder Anfechtung möglich |
| Aufwand beim Abschluss | Gering, keine Unterlagen zur Gesundheit | Fragen genau beantworten, eventuell Rückfragen |
| Geeignet für | Menschen mit Vorerkrankungen, Ältere, alle, die Klarheit wollen | Gesunde, die sofortigen vollen Schutz möchten |
Eine Faustregel hilft: Wenn Sie bei einer Frage auch nur zögern, ob eine frühere Behandlung dazugehört, ist ein Tarif ohne Gesundheitsfragen oft die ruhigere Wahl. Dann steht im Todesfall nicht die Frage im Raum, ob der Antrag damals richtig ausgefüllt war.
Nicht jede Vorsorge muss eine Versicherung sein. Wer bereits Ersparnisse hat, kann das Geld auch auf einem Konto oder über einen Treuhandvertrag mit einem Bestatter zurücklegen. Die Wege im Überblick zeigt unser Beitrag Bestattungsvorsorge: vier Wege im Vergleich.
Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen im Alter noch?
Ob sich der Abschluss im Alter lohnt, hängt davon ab, wie lange Sie voraussichtlich Beiträge zahlen und ob Ersparnisse vorhanden sind. Je älter Sie beim Abschluss sind, desto höher ist der Beitrag. Wer lange lebt, kann in Summe mehr einzahlen, als später ausgezahlt wird. Das sollten Sie vor dem Abschluss nüchtern durchrechnen.
Die Verbraucherzentrale sieht Sterbegeldversicherungen im Rentenalter kritisch, weil Ältere oft mehr einzahlen, als ausgezahlt wird. Sie empfiehlt als Alternative, regelmäßig auf ein Tagesgeldkonto oder in einen Geldmarktfonds zu sparen. Der Nachteil des Sparens: Stirbt jemand früher als geplant, fehlt ein Teil des Geldes, und das Konto fällt in den Nachlass.
Ein Beispiel zeigt die Größenordnung. Bei der Sterbegeldversicherung, die wir vermitteln (IDEAL SterbeGeld pur+), kostet eine Summe von 6.000 Euro bei einem Eintrittsalter von 65 Jahren 36,14 Euro im Monat, bei Versicherungsbeginn im Jahr 2026. Das sind 433,68 Euro im Jahr. Nach knapp 14 Jahren haben Sie etwa die Versicherungssumme eingezahlt, bis zum Ende der Beitragszahlung mit 85 rund 8.670 Euro. Garantiert ist der höhere Tarifbeitrag von 40,16 Euro, bis zu dem der Beitrag steigen kann. Der Wert liegt darin, dass die Summe nach der Wartezeit sofort abgesichert ist, auch wenn bis dahin erst wenige Beiträge geflossen sind.
Die Sterbegeldversicherung, die wir vermitteln, lässt sich mit einem Eintrittsalter von 40 bis 80 Jahren und einer Summe von 2.000 bis 10.000 Euro online abschließen: das pur+ mit 50 bis 75 Jahren, das Original von 40 bis 80 Jahren. Beim pur+ ist der höhere Tarifbeitrag garantiert, beim Original der Beitrag. Gezahlt wird bis 85, beim Original mit einem Eintrittsalter ab 76 bis 90, danach bleibt der Schutz lebenslang bestehen.
Worauf sollten Sie bei einem Tarif ohne Gesundheitsfragen achten?
Achten Sie vor allem auf die Länge der Wartezeit, auf die Leistung bei Tod in dieser Zeit und auf die Regel für Unfälle. Wichtig sind außerdem die Frage, welcher Beitrag garantiert ist, die Zahldauer und eine klar benannte Person, die das Geld erhalten soll. Diese Punkte entscheiden mehr über den Nutzen als ein paar Cent Beitragsunterschied.
So gehen Sie vor
- Summe festlegen. Überlegen Sie, welche Bestattung Sie sich wünschen, und holen Sie bei Bedarf einen Kostenvoranschlag ein. Ziehen Sie vorhandene Ersparnisse ab.
- Ehrlich einschätzen, ob Gesundheitsfragen ein Problem wären. Haben Sie Vorerkrankungen oder sind Sie unsicher, ob Sie jede Frage sicher beantworten könnten, kommt eher ein Tarif ohne Gesundheitsfragen in Betracht.
- Wartezeit und Leistung darin vergleichen. Lesen Sie, wie lange die Frist dauert, was bei Tod in dieser Zeit gezahlt wird und ob Unfälle ausgenommen sind.
- Beitrag und Zahldauer prüfen. Fragen Sie, welcher Beitrag garantiert ist und bis zu welchem Alter Sie zahlen. Rechnen Sie aus, was Sie bis zum Ende der Zahldauer insgesamt einzahlen.
- Bezugsperson benennen. Tragen Sie die Person ein, die das Geld erhalten soll. Dann ist in der Regel kein Erbschein nötig, und das Geld fällt nicht in den Nachlass.
- Angehörige informieren. Sagen Sie der Bezugsperson, dass es den Vertrag gibt und ab wann der volle Schutz gilt. Legen Sie eine Kopie des Versicherungsscheins zu Ihren Unterlagen.
Wenn Sie wissen möchten, was die Absicherung für Ihr Alter kosten würde, können Sie den Beitrag unverbindlich berechnen. Die Berechnung verpflichtet Sie zu nichts.
Wer die Kosten am Ende tragen muss, wenn keine Vorsorge besteht, regelt das Gesetz recht klar. Die Reihenfolge der Pflichtigen erklärt unser Beitrag Wer zahlt die Beerdigung?.
Fazit
Eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen nimmt jeden im zulässigen Alter auf und erspart Ihnen das Risiko, dass eine Antwort im Antrag später gegen Ihre Angehörigen verwendet wird. Der Preis dafür ist eine Wartezeit, in der meist nur die Beiträge zurückgezahlt werden oder eine Teilleistung fließt. Für Menschen mit Vorerkrankungen und für Ältere ist das oft der klarste Weg, für sehr Gesunde kann ein Tarif mit Gesundheitsprüfung günstiger sein. Prüfen Sie zuerst, welche Summe Sie brauchen, und vergleichen Sie dann Wartezeit, Unfallregel und garantierten Beitrag. Danach können Sie in Ruhe entscheiden.
Häufige Fragen
Gibt es eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit?
In der Regel nicht. Die Wartezeit ersetzt die Gesundheitsprüfung, weil der Versicherer sonst Menschen aufnehmen müsste, bei denen eine schwere Krankheit schon feststeht. Eine Ausnahme gilt in vielen Tarifen beim Unfalltod: Dann wird die Leistung schon ab Versicherungsbeginn fällig.
Kann ich mit einer Vorerkrankung eine Sterbegeldversicherung abschließen?
Ja. Bei einem Tarif ohne Gesundheitsfragen spielen Vorerkrankungen keine Rolle, entscheidend sind nur Eintrittsalter und Summe. Es gilt dann aber eine Wartezeit. Stirbt die versicherte Person in dieser Zeit ohne Unfall, gibt es je nach Tarif die eingezahlten Beiträge zurück oder eine Teilleistung.
Muss ich Krankheiten melden, nach denen nicht gefragt wird?
Nein. Nach § 19 des Versicherungsvertragsgesetzes müssen Sie nur Umstände angeben, nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat. Bei einem Tarif ohne Gesundheitsfragen gibt es solche Fragen nicht, also auch nichts anzugeben. Auch mündliche Nachfragen begründen keine Anzeigepflicht.
Was passiert mit dem Vertrag, wenn ich nach dem Abschluss krank werde?
Nichts. Der Vertrag bleibt unverändert bestehen, auch der Beitrag ändert sich wegen einer späteren Krankheit nicht. Maßgeblich ist bei Tarifen mit Gesundheitsfragen nur, was Sie bis zum Abschluss wussten und gefragt wurden. Bei Tarifen ohne Gesundheitsfragen spielt der Gesundheitszustand gar keine Rolle.
Wird bei einer Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen jeder angenommen?
Angenommen wird in der Regel jeder, der im zulässigen Eintrittsalter liegt und den Antrag selbst stellt. Die Altersgrenzen unterscheiden sich je nach Tarif. Bei den Tarifen der IDEAL, die wir vermitteln, liegt das Eintrittsalter für den Online-Abschluss beim IDEAL SterbeGeld pur+ zwischen 50 und 75 Jahren, beim IDEAL SterbeGeld (Original) zwischen 40 und 80 Jahren.
Quellen
- Versicherungsvertragsgesetz § 19 Anzeigepflicht, geltende Fassung, abgerufen 29.09.2026
- Versicherungsvertragsgesetz § 21 Ausübung der Rechte des Versicherers, geltende Fassung, abgerufen 29.09.2026
- Verbraucherportal Bayern: Vorvertragliche Anzeigepflicht bei Versicherungsverträgen, 01.01.2026
- Aeternitas e.V.: Finanzierung der Bestattungsvorsorge, abgerufen 29.09.2026
- Verbraucherzentrale: Sterbegeldversicherungen rechnen sich oft nicht, 12.08.2026


