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Kosten & Finanzierung

Grabpflege Kosten: Was Pflege, Gärtner und Dauergrabpflege im Jahr kosten

Von 2. November 20269 Min. Lesezeit

Ältere Hände setzen Bodendecker und kleine Herbstpflanzen auf einem gepflegten Grab, daneben Gießkanne und Gartenkelle im Morgenlicht
Symbolbild

Grabpflege kostet in Deutschland meist zwischen 50 und 400 Euro im Jahr. Wer das Grab selbst pflegt, gibt vor allem für Pflanzen und Erde etwa 50 bis 100 Euro jährlich aus. Ein Pflegevertrag mit einer Friedhofsgärtnerei liegt häufig bei 100 bis 400 Euro im Jahr, je nach Grabgröße, Region und Umfang. Die Verbraucherinitiative Aeternitas nennt für die jährliche Grabpflege durch Gärtner sogar eine Spanne von ungefähr 75 bis 750 Euro je Grabstelle. Hinzu kommen einmalige Kosten für die erste Anlage des Grabes. Weil ein Grab je nach Friedhof 15 bis 20 Jahre und manchmal länger besteht, summiert sich die Pflege über die gesamte Ruhezeit leicht auf mehrere tausend Euro. Wer niemanden vor Ort hat, kann eine Dauergrabpflege vereinbaren, die einmal im Voraus bezahlt und von einer Treuhandstelle verwaltet wird.

Was kostet Grabpflege im Jahr?

Die laufenden Kosten liegen meist zwischen 50 und 400 Euro im Jahr. Bei Eigenpflege fallen vor allem Pflanzen, Erde und Wasser an. Übernimmt eine Friedhofsgärtnerei, bezahlen Sie zusätzlich deren Arbeitszeit. Einfache Pflege kostet dort oft 150 bis 300 Euro, mit Wechselbepflanzung etwa 400 Euro jährlich.

Einen bundesweiten Durchschnittspreis gibt es nicht. Die folgenden Spannen stammen aus dem Ratgeber der Sparkasse und dem Preisvergleich von Aeternitas. Es sind Orientierungswerte, keine festen Preise.

Postenübliche Spanne
Eigenpflege, im Jahr50 bis 100 Euro
Pflegevertrag mit der Friedhofsgärtnerei, im Jahr100 bis 400 Euro
einfache Pflege durch den Gärtner, im Jahroft 150 bis 300 Euro
Pflege mit saisonaler Bepflanzung, im Jahretwa 400 Euro
Spanne laut Aeternitas je Grabstelle, im Jahrungefähr 75 bis 750 Euro
Erstanlage, Neuanlage oder Auflösung, einmaligzusammen ungefähr 700 bis 2.000 Euro

Die große Spanne erklärt sich durch drei Dinge. Ein Sarggrab ist deutlich größer als ein Urnengrab und braucht mehr Pflanzen und mehr Arbeit. Preise für Gärtnerarbeit unterscheiden sich von Region zu Region. Und vor allem entscheidet der vereinbarte Umfang: Ein Grab mit Bodendeckern, das alle sechs Wochen gepflegt wird, kostet weniger als ein Blumenbeet, das wöchentlich gegossen und dreimal im Jahr neu bepflanzt wird.

Die Grabpflege ist nicht in den Gebühren des Friedhofs enthalten. Die Friedhofsgebühren bezahlen das Nutzungsrecht am Grab und die Pflege der Wege und Grünflächen, nicht die Pflege der einzelnen Grabstelle. Wie stark diese Gebühren schwanken, erklärt unser Artikel zu den Friedhofsgebühren.

Welche Leistungen gehören zur Grabpflege?

Zur Grabpflege gehören das Bepflanzen, Gießen, Düngen, Unkraut jäten, Laub entfernen und das Schneiden der Pflanzen. Was ein Vertrag davon enthält, ist sehr unterschiedlich. Aeternitas weist darauf hin, dass selbst Gießen und Düngen nicht immer im Preis enthalten sind. Lesen Sie deshalb die Leistungsliste genau.

Aeternitas unterscheidet in ihrem Kostenüberblick mehrere Bausteine, die eine Friedhofsgärtnerei berechnen kann:

Bausteinworum es geht
provisorische Grabanlageeinfache Gestaltung direkt nach der Beisetzung
erste dauerhafte GrabgestaltungBepflanzung, sobald sich der Boden gesetzt hat
jährliche GrabpflegePflege im vereinbarten Takt, etwa wöchentlich, alle 14 Tage, monatlich oder alle sechs Wochen
Gießen und Düngennicht immer im Grundpreis enthalten
Wechselbepflanzungneue Blumen im Frühjahr, Sommer und Herbst
Grabschmuck zu Gedenktagenetwa Gestecke zu Totensonntag oder Allerheiligen
InstandsetzungAuffrischen der Bepflanzung, zum Beispiel nach 5 und 15 Jahren
Neuanlagekomplette Neubepflanzung, zum Beispiel nach 10 Jahren

Für Angehörige heißt das: Zwei Angebote mit ähnlichem Preis können sehr verschieden viel enthalten. Ein günstiges Angebot ohne Gießen im Sommer kann am Ende teurer sein als ein vollständiges. Vergleichen lassen sich Angebote nur, wenn Sie für jeden Baustein wissen, ob er enthalten ist und wie oft.

Die Pflege des Grabsteins selbst ist meist kein Teil der gärtnerischen Pflege. Reinigung und Standfestigkeit des Grabmals übernimmt in der Regel ein Steinmetz. Was dafür anfällt, steht in unserem Artikel zu den Grabstein-Kosten.

Wer muss die Grabpflege bezahlen?

Für die Pflege ist verantwortlich, wer das Nutzungsrecht am Grab hat. Meist sind das die Erben oder die Person, die das Grab bei der Beerdigung erworben hat. Die Friedhofssatzung verlangt in der Regel, dass das Grab gepflegt wird. Wer sich nicht kümmert, kann eine Rechnung der Friedhofsverwaltung bekommen.

Was die Friedhofssatzung verlangt

Friedhofssatzungen verpflichten zur Grabpflege, damit Gräber nicht verwahrlosen. Darauf weist Aeternitas hin. Kommt die nutzungsberechtigte Person dieser Pflicht nicht nach und beauftragt auch keinen Gärtner, übernimmt unter Umständen die Friedhofsverwaltung die Pflege und stellt die Kosten in Rechnung. Wie streng ein Friedhof das handhabt und welche Fristen gelten, steht in der jeweiligen Satzung. Bei Fragen hilft die Friedhofsverwaltung weiter.

Grabpflege und Erbe

Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt in § 1968 nur die Kosten der Beerdigung, die der Erbe trägt. Die Grabpflege ist dort nicht genannt. In der Praxis bezahlen sie meist die Erben oder die Familie, weil sie das Nutzungsrecht innehaben. Wer ein Erbe ausschlägt, sollte im Einzelfall rechtlich klären lassen, welche Pflichten aus dem Nutzungsrecht trotzdem bestehen.

Bei der Erbschaftsteuer spielt die Grabpflege eine Rolle. Nach § 10 Absatz 5 Nummer 3 des Erbschaftsteuergesetzes dürfen Erben die Kosten der Bestattung, eines angemessenen Grabdenkmals und der üblichen Grabpflege abziehen. Ohne Nachweis wird für diese Kosten insgesamt ein Betrag von 15.000 Euro berücksichtigt. In der Einkommensteuer sind Grabpflegekosten dagegen in der Regel nicht absetzbar. Ob im Einzelfall etwas anderes gilt, prüft ein Steuerberater.

Was kostet eine Dauergrabpflege?

Eine Dauergrabpflege kostet so viel wie die jährliche Pflege mal die Zahl der Jahre. So beschreibt Aeternitas die Rechnung. Bei 250 Euro im Jahr und 20 Jahren Laufzeit ergeben sich nach unserer Rechnung 5.000 Euro. Der Betrag wird meist bei Vertragsbeginn auf einmal bezahlt und von einer Treuhandstelle verwaltet.

Eine Dauergrabpflege wird laut Aeternitas üblicherweise für mindestens fünf Jahre oder für die gesamte Ruhefrist geschlossen. Die Ruhefrist beträgt oft 15 bis 20 Jahre, manchmal 30 Jahre und mehr. Die Gesellschaft deutscher Friedhofsgärtner empfiehlt eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren und schreibt, dass viele Verträge über 25 Jahre und länger laufen.

Wie die Treuhand funktioniert

Der Vertrag wird mit einer Friedhofsgärtnerei und einer Dauergrabpflege-Einrichtung geschlossen. In Deutschland gibt es gut zwei Dutzend solcher Treuhandstellen und Genossenschaften der Friedhofsgärtner. Die Einrichtung legt das eingezahlte Geld an, bezahlt den Gärtner jährlich für die erbrachte Pflege und lässt die Arbeit von Grabkontrolleuren prüfen.

Aeternitas rät ausdrücklich, auf einer Treuhandstelle zu bestehen. Nur dann ist das Geld auch sicher, falls die Gärtnerei in Insolvenz gehen sollte. Wer die Summe direkt an einen Betrieb zahlt, trägt dieses Risiko selbst.

Abschluss schon zu Lebzeiten

Einen Dauergrabpflegevertrag können Sie auch schon zu Lebzeiten abschließen, als Teil Ihrer Bestattungsvorsorge. Aeternitas nennt diese Möglichkeit ausdrücklich. Das entlastet Kinder, die weit entfernt wohnen. Allerdings binden Sie dabei Geld für viele Jahre. Wie sich das mit anderen Wegen der Vorsorge verträgt, erklärt unser Artikel zum Bestattungsvorsorgevertrag.

Wie lässt sich die Grabpflege günstiger gestalten?

Am stärksten sparen Sie über die Wahl der Grabart und der Bepflanzung. Ein Urnengrab braucht weniger Pflege als ein Sarggrab. Bodendecker und mehrjährige Pflanzen machen weniger Arbeit als Wechselbeete. Und einige Bestattungsformen kommen ganz ohne eigene Grabpflege aus.

Pflegeleicht bepflanzen

Bodendecker wie Efeu oder niedrige Stauden bedecken die Fläche dauerhaft und brauchen wenig Wasser. Pflanzen, die zum Standort passen, gehen seltener ein. Wer das Grab selbst pflegt, kommt damit oft mit wenigen Besuchen im Jahr aus. Wer einen Gärtner beauftragt, kann einen längeren Pflegetakt vereinbaren.

Gärtnergepflegte Grabfelder

Viele Friedhöfe bieten Grabfelder an, in denen die Pflege von Anfang an im Preis enthalten ist. Die Stadt Heidelberg etwa vergibt solche Gräber nur als Komplettangebot mit dauerhafter Grabpflege, gemeinsam mit der Genossenschaft der badischen Friedhofsgärtner. Das Blumenbeet wird dort dreimal im Jahr neu bepflanzt. Angehörige müssen sich dann nicht selbst um die Pflege kümmern.

Bestattungsformen ohne Grabpflege

Ganz ohne Grabpflege kommen eine Urnenwand (Kolumbarium), eine anonyme Bestattung, eine Seebestattung sowie eine Wald- oder Baumbestattung aus. Diese Formen haben eigene Vor- und Nachteile, etwa beim Ort der Trauer. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zur anonymen Bestattung.

Wie finden Sie das passende Pflegeangebot?

Das passende Angebot finden Sie, wenn Sie zuerst die Satzung kennen, dann Ihren Wunsch genau beschreiben und mindestens zwei Gärtnereien um ein schriftliches Angebot bitten. Entscheidend ist, dass alle Angebote dieselben Leistungen enthalten. Nur so sehen Sie, welcher Preis üblich ist.

So gehen Sie vor

  1. Satzung lesen: Fragen Sie bei der Friedhofsverwaltung, welche Vorgaben für Bepflanzung und Pflege im Grabfeld gelten und wie lange die Ruhezeit dauert.
  2. Wunsch festlegen: Entscheiden Sie, ob Sie selbst pflegen, einen Jahresvertrag schließen oder eine Dauergrabpflege möchten.
  3. Umfang beschreiben: Notieren Sie Bepflanzung, Pflegetakt, Gießen im Sommer, Düngen, Wechselbepflanzung und Grabschmuck zu Gedenktagen.
  4. Angebote einholen: Bitten Sie mindestens zwei Friedhofsgärtnereien um ein schriftliches Angebot mit genau diesen Leistungen.
  5. Treuhand prüfen: Fragen Sie bei einer Dauergrabpflege, welche Treuhandstelle das Geld verwaltet und wer die Pflege kontrolliert.
  6. Nebenkosten klären: Fragen Sie nach Erstanlage, Instandsetzung und den Kosten für die Auflösung des Grabes am Ende der Ruhezeit.
  7. Vertrag aufbewahren: Legen Sie den Vertrag zu Ihren Vorsorgeunterlagen und sagen Sie Ihren Angehörigen, wo er liegt.

Wie lassen sich Grab und Pflege vorab finanzieren?

Wer seinen Angehörigen die Kosten für Grab, Grabstein und Pflege abnehmen möchte, hat drei Wege: Geld zurücklegen, einen Vorsorgevertrag mit Bestatter oder Gärtner schließen oder eine Sterbegeldversicherung abschließen. Wichtig ist bei jedem Weg, dass die Familie im Todesfall an das Geld herankommt und Ihre Wünsche kennt.

Grabpflege ist eine Ausgabe, die über viele Jahre läuft. Dazu kommen Bestatter, Friedhof und Grabstein, die schon in den ersten Wochen und Monaten bezahlt werden müssen. Für Angehörige kommen diese Rechnungen in einer Zeit, in der sie ohnehin viel zu regeln haben.

Eine Sterbegeldversicherung zahlt die versicherte Summe an die Person, die Sie im Antrag benennen, ohne Erbschein. Das Geld ist an keinen Zweck gebunden. Die Familie entscheidet, ob sie es für die Beerdigung, den Grabstein oder eine Dauergrabpflege verwendet.

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Fazit

Grabpflege kostet meist 50 bis 100 Euro im Jahr bei Eigenpflege und 100 bis 400 Euro mit einer Friedhofsgärtnerei, über die gesamte Ruhezeit oft mehrere tausend Euro. Den Preis bestimmen Grabgröße, Bepflanzung und der vereinbarte Umfang, den Rahmen setzt die Friedhofssatzung. Vergleichen Sie schriftliche Angebote mit denselben Leistungen und bestehen Sie bei einer Dauergrabpflege auf einer Treuhandstelle. Wer die Kosten für Grab und Pflege schon heute regeln möchte, hält seine Wünsche schriftlich fest und sichert das Geld dafür ab. Was das für Sie kosten würde, zeigt der Beitragsrechner.

Häufige Fragen

Wie oft muss ein Grab gepflegt werden?

Eine feste Zahl schreibt kaum ein Friedhof vor. Die Satzung verlangt meist nur, dass das Grab nicht verwahrlost. Bei Bodendeckern genügen oft wenige Besuche im Jahr, ein Blumenbeet braucht im Sommer dagegen regelmäßig Wasser. Friedhofsgärtner bieten Pflegetakte von wöchentlich bis alle sechs Wochen an.

Kann man einen Grabpflegevertrag kündigen?

Ein Jahresvertrag mit einer Gärtnerei läuft in der Regel nach den vereinbarten Fristen aus oder verlängert sich. Bei einer Dauergrabpflege regelt der Treuhandvertrag, ob und wie eine Kündigung möglich ist und was mit nicht verbrauchtem Geld geschieht. Lassen Sie sich diese Punkte vor der Unterschrift schriftlich erklären.

Was passiert mit dem Grab, wenn sich niemand kümmert?

Verwahrlost ein Grab, fordert die Friedhofsverwaltung die nutzungsberechtigte Person in der Regel zuerst auf, es in Ordnung zu bringen. Geschieht nichts, kann sie die Pflege selbst übernehmen oder vergeben und die Kosten in Rechnung stellen. Die Einzelheiten stehen in der Friedhofssatzung.

Brauchen Urnengräber weniger Pflege?

Ja, meist. Ein Urnengrab ist deutlich kleiner als ein Sarggrab und braucht weniger Pflanzen, Wasser und Arbeitszeit. Deshalb sind Jahresverträge und Dauergrabpflege dafür in der Regel günstiger. Ganz ohne Pflege kommen eine Urnenwand, ein anonymes Grabfeld oder eine Baumbestattung aus.

Lohnt sich eine Dauergrabpflege, wenn die Kinder weit weg wohnen?

Für viele Familien ja, weil das Grab dann über die vereinbarte Zeit gepflegt wird, ohne dass jemand vor Ort sein muss. Dafür wird ein größerer Betrag auf einmal fällig. Achten Sie darauf, dass eine Treuhandstelle das Geld verwaltet und die Pflege kontrolliert wird.

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